invented traditions / imagined communities

Silke Schönfeld zeigt zwei Videoarbeiten in der Gemeinde Köln


07. 03. 2020 - 28. 03. 2020
15:00 - 20:00
>>>Wegen der Corona-Krise sind alle Ausstellungen bis auf Weiteres geschlossen. Die beiden Videoarbeiten von Silke Schönfeld können ab sofort hier online angesehen werden. Wir melden uns, sobald es Neuigkeiten gibt. Passt auf Euch auf! <<<


Silke Schönfeld,
invented traditions / imagined communities

Eröffnung: Freitag 06. März 2020, 19 Uhr
Ausstellung: 07. – 28. März 2020
Öffnungszeiten: täglich 15-20 Uhr*

 

*bei verschlossener Türe bitte die zentrale Aufsicht der Kunsträume ansprechen
 
invented traditions / imagined communities ist Silke Schönfelds erste Einzelausstellung in Köln. Sie zeigt zwei Videoarbeiten, die sich mit der Natur der deutschen Politik- und Kulturlandschaft auseinandersetzen. Dabei ermöglicht die Aufmerksamkeit der Künstlerin auf Traditionen und ihre Reenactments sowohl einen Blick auf die Nuancen kultureller und politischer Aneignung, als auch eine differenzierte Analyse der Entwicklung der Identitätspolitik im sächsischen Oybin.
 
 
Mönchszüge – invented traditions (part two)
2019, Full HD, 21:53 min.
 
Im sächsischen Oybin werden seit 1851 die „historischen Mönchszüge“ auf dem gleichnamigen Berg Oybin veranstaltet. Der dokumentarische Kurzfilm untersucht wie die lokale Vereinskultur und die von politischen Umbrüchen geprägten Autobiografien zweier Vereinsmitgliedern in dieser „erfundenen Tradition“ verschmelzen.
Durchbrochen wird die bildgewaltige Romantik der Landschaftsaufnahmen durch die fragmentarisch wiedergegebenen Familienerinnerungen der Protagonisten, die in der Nachkriegszeit und zu DDR Zeiten in der Grenzregion aufgewachsen sind.
Für die “historischen Mönchszüge” verkleiden sich die Vereinsmitglieder als Cölestinermönche, die bis ins 16. Jahrhundert auf dem Obyin gelebt haben. So lückenhaft wie die Familienerinnerungen der Protagonisten sind auch die historischen Grundlagen dieser identitätsstiftenden Tradition.
 
 
Ein Prozent – imagined communities
2019, Full HD, 7:41 min.
 
„Ein Prozent für unser Land e.V.“ ist eine selbsternannte Neurechte Bürgerinitiative, die sich nach eigenen Angaben dem „[…] patriotischen Protest gegen die verantwortungslose Politik der Masseneinwanderung“ verschrieben hat. Ihre Mitglieder werden vom Verfassungsschutz beobachtet.
Der im sächsischen Oybin gegründete Verein inszeniert seine „Protestaktionen” mit emotionalisierenden Propagandafilmen in den sozialen Medien. Mit der Kamera hat Silke Schönfeld sich auf Spurensuche im analogen Raum begeben, um die Originalschauplätze dieser „Protestaktionen” in festen Kameraeinstellungen einzufangen. Neben der visuellen Sprache ist es vor allem die Rhetorik und Wortwahl der Neuen Rechten, die durch lexikalisch anmutende Texteinblendungen herausgestellt werden.
 
 
Silke Schönfeld, *1988 Idar-Oberstein
2020 Rijksakademie van beeldende kunsten, Amsterdam (Künstlerresidenz)
2019 73. internationaler Bergischer Kunstpreis, Solingen
2018 Akademiebrief Prof. Marcel Odenbach, Kunstakademie Düsseldorf Meisterschülerin Prof. Aernout Mik, Kunstakademie Münster
Lebt und arbeitet in Amsterdam und Dortmund
 
Ebertplatzpassage, Laden 7
50668 Köln
Mo – So 15:00 – 20:00 Uhr
Eintritt frei
Beitrag erstellt am: 10. März 2020