Wildbienen am Ebertplatz

Bienen nutzen Holzdecks als Nistplatz – sie stechen nicht

Fotos und Text: Gabriele Fauser (AG Begrünung)

Seit Ende März kann man an verschiedenen Stellen am Ebertplatz auffällig viele Insekten beobachten, die kurz über dem Boden herumfliegen. Besonders lebhaft geht es am Holzdeck neben dem Brunnen zu.
Diese kleinen Flugobjekte sind erdnistende Sandbienen, die unter dem Holzdeck ideale Nistbedingungen für sich entdeckt haben. Dort ist es warm, nicht bewachsen und einigermaßen regengeschützt. Von den etwa 560 der in Deutschland lebenden Wildbienen-Arten nisten etwa 75% im Boden. Sie sind nicht auf künstliche Nisthilfen angewiesen, sondern sie brauchen unbewachsene Flächen, um ihren Nachwuchs zu sichern.

Die „Schwärme“, die jetzt (Anfang April) dort zu sehen sind, sind die Männchen, die etwa zwei Wochen früher schlüpfen als die Weibchen. Sie bleiben in der Nähe und warten auf die Damen. Nachdem diese aus ihren Brutgängen krabbeln, kommen die Herren zum Zuge und sorgen für Nachwuchs. Sobald dies geschehen ist, haben sie ihre Mission erfüllt und sterben. Die Weibchen beginnen sofort damit, eine neue Brut anzulegen. Dabei bestäuben sie fleißig alles, was derzeit blüht, also auch die Pflanzen, die auf und um den Ebertplatz herum wachsen, weil sie die Brut den gesammelten Pollen als Nahrung in die Brutzellen legen. Da auch sie nur wenige Wochen leben, werden sie rechtzeitig vor Sommerbeginn damit fertig sein und es kehrt wieder Ruhe ein.

Auch wenn es so aussieht: Es sind keine Völker, sondern jede Biene ist auf sich alleine gestellt. Sie treten nur deshalb so zahlreich auf, weil sie dort optimale Bedingungen finden.
Man kann sich bedenkenlos auf dem Holzdeck niederlassen, die Bienen stört es nicht, sie sind sehr friedfertig und sie stechen nicht. Selbst wenn sie stechen wollten: ihr Stachel ist nicht geeignet, die menschliche Haut zu durchdringen.
Die Bienen fliegen einfach um die Menschen herum, greifen nicht an, sondern widmen sich ihrem Brutgeschäft.

Wer aufmerksam über den Platz geht, wird sie auch an anderen Stellen entdecken. An den Rändern der Beete und an nicht bewachsenen Stellen in den Rasenflächen.

Doch nicht nur die Bienen kann man beobachten – auch an anderen Orten des Platzes tummeln sich viele Insekten. So hoffentlich auch bald wieder am Staudenbeet: Hier wurden Mitte März 2019 die Stauden zurückgeschnitten und wachsen nun wieder der Sonne entgegen! Wie im letzten Jahr sind nicht nur diverse Schmetterlinge wie Kohlweißling, Tagpfauenauge und Admiral zu erwarten, sondern auch Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Mauerbienen, Scherenbienen & Co., die sich am Beet mit mit Nektar und Pollen versorgen.

Fotos und Text: Gabriele Fauser (AG Begrünung)

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