Unser Ebertplatz-Brunnen!

Brunneneröffnung, Ebertplatz Köln, Juli 2018, Foto: Astrid Piethan
Aktuelles Allgemein

Seit Sonntag den 14. Juli 2018 ist die „Wasserkinetische Plastik“ des Kölner Künstlers Wolfgang Göddertz wieder in Betrieb!

Sie wurde 1977 fertiggestellt, war aber aufgrund eines Ratsbeschlusses und allgemeiner Sparmaßnahmen fast 15 Jahre außer Betrieb. Zur Wiederinbetriebnahme kamen unzählige Kölner und nahmen ihren Ebertplatz mitsamt Brunnen wieder in Besitz.

Nachdem Frau Oberbürgermeisterin Reker ein paar Begrüßungsworte gesprochen hatte, kamen noch Bezirksbürgermeister Hupke und Grischa Göddertz zu Wort, der Sohn des 2016 verstorbenen Künstlers Wolfgang Göddertz sowie Stefanie Klingemann, die mit Grischa Göddertz das künstlerische Rahmenprogramm zum Thema „Wasser Marsch“ organisiert hatte.

Es wurde bis 22 Uhr bei einer Brunnenparty gefeiert und auch am nächsten Tag waren schon wieder viele Kinder spielend im Wasser zu sehen.

Hiermit fand eine Initiative von Grischa Göddertz ihren krönenden Abschluss, die im Juni 2017 mit Unterstützung des Kulturamtes begonnen hatte. Eine Vorarbeit auf der Basis von Zahlen und Fakten, die im Herbst 2017 – als die Zukunft des Platzes stark diskutiert wurde – bereits vorgelegt werden konnte und dann ihren entscheidenden Rückhalt durch den politischen Ratsbeschluss erhielt, der die Wiederinbetriebnahme des Brunnens für 230.000€ beschloss.

Der Entwurf des Brunnens von 9 Metern Höhe und 18 Metern Breite stammt vom Kölner Künstler Wolfgang Göddertz. Mit stündlich 18.000 Litern zirkulierendem Wassern setzt der Brunnen eine große Kraft frei. Eine Kraft, die vor allem Kinder in ihren Bann zieht, und den Ebertplatz bereits früher zu einem beliebten Wasserspielplatz werden ließ.

Am 2. September 1977  standen ähnlich viele Kölner zur erstmaligen Einweihung des Brunnens auf dem Ebertplatz.

Was genau sind die Idee und Entstehungsgeschichte des Brunnen, der so oft als „Wasserkinetische Plastik“ bezeichnet und nun wieder in Betrieb genommen wurde?

Ausgangspunkt war 1969 eine künstlerische Ausschreibung. Es wurden 4 Kölner Künstler von der Stadt angefragt, einen Entwurf für die neue Platzgestaltung des Ebertplatzes zu erarbeiten. Der damalige Kulturausschuss entschied sich 1971 für den eingereichten Entwurf und das Brunnenmodell des Metallbildhauers Wolfgang Göddertz. Der Künstler hatte in den 60er Jahren sein Atelier in einer Jugendstilvilla direkt am Platz, genau dort, wo heute das 6-eckige Ringhochhaus steht. Dieses Gebäude wurde von einigen Künstlern zwischengenutzt und Wolfgang Göddertz beobachtete durch sein Atelierfenster die Kinder, wie sie in der Wasserfontaine des früheren Weihers auf dem Ebertplatz spielten. Als Göddertz dann im Oktober 1969 mit drei weiteren Kölner Künstlern Victor Bonato, Cestmir Janosek und Margret Sander von der Stadt zur künstlerischen Gestaltung aufgefordert wurde, waren die Brunnenkinder sein erster Gedanke. Beim Teelöffelspülen – so heißt es – experimentierte Wolfgang Göddertz dann mit den Teelöffelinnenseiten und kam auf die Idee, wie reizvoll es wäre, wenn das Wasser aus Düsen kommend, so zu Kugeln geformt werden könnte.

Im März 1970 lieferte Göddertz das Modell für die Platzgestaltung mit dem silbrig-matt geschliffenen Edelstahlbrunnen ab. Ein damals einzigartiger Entwurf ohne weltweites Vorbild, Skulptur und Wasserspielplatz zugleich, dem Wasser Formen verleihend und zugleich Lauf-, Kletter- und Sitzgerät. Es war der erste Brunnen, der ebenerdig begehbar und erfahrbar war.

Die Kölner erhielten damals ein Kunstwerk, das nicht nur bestaunt, sondern auch benutzt werden konnte.

Hier ein paar Eindrücke von der Wiederinbetriebnahme am 14.7.2018!

Berichtet wurde in der Kölner Rundschau am 13.7. und 14.7., dem Kölner Stadtanzeiger, dem Express, der Choices und WDR Lokalzeit !

Galerie:

Fotos: Astrid Piethan

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