TRANSIT

Literaturprojekt im öffentlichen Raum, Start: 9. April 2021

1. April 2021
Astrid Piethan, 9.April.2021

 

TRANSIT –
Vorübergehende Literatur am Ebertplatz

Projektstart: 9. April 2021, 17 Uhr
Laufzeit: 5 Wochen
Täglich von 9 Uhr bis 23 Uhr

In einer Zeit, in der klassische Literaturformate nicht stattfinden können, möchte das Projekt „TRANSIT“ einen neuen Zugang zur Gegenwartsliteratur eröffnen. Durch die Präsentation kurzer literarischer Texte über ein 50 Meter langes LED-Laufband am Ebertplatz werden Passant:innen eingeladen, Literatur auf eine besondere und unerwartete Weise im öffentlichen Raum zu erfahren.

Das Literaturprogramm der fünf Wochen ist so gestaltet, dass jeden Tag von 9 Uhr bis 20 Uhr  bis 17 Uhr fünf bis sechs Texte präsentiert werden. Von 20 17 Uhr bis 23 Uhr ziehen dann alle 31 Texte über das Laufband.

*Visualisierung: David Morsi

Hintergrund & Organisation

Das 50 Meter breite LED-Laufband ist ein ungewöhnliches Outdoor-Format, welches die Stadt im Rahmen ihres Zwischennutzungskonzeptes der Kulturszene, allen voran der Literaturszene und Autor:innen, als Vermittlungsplattform zur Verfügung stellt.

Denn im Frühjahr 2021 ist immer noch vieles anders. Kulturveranstaltungen aller Sparten fallen immer noch weg oder verschieben sich in digitale Räume, und auch der Kölner Ebertplatz kann nicht wie sonst belebt werden. Als Reaktion auf diesen notwendigen Rückzug in privat & digital und zugleich als proaktive Maßnahme, Kunst und Kultur wieder öffentlich wirksam zu machen, disponierte das Team der städtischen Zwischennutzung um:
Ab 9. April wird mit TRANSIT eine Literatur-Installation in Großformat auf dem Ebertplatz zu sehen sein. Die Auswahl der Texte und die Kuration des Programms lagen bei Kölner Literaturveranstalter: innen. Während klassische Literaturformate in geschlossenen Räumen immer noch ausfallen müssen, ermöglichen öffentliche (Transit-)Orte wie der Ebertplatz trotz Pandemiebeschränkungen nun einen neuen Zugang zu gegenwärtiger Literatur.

In einer pandemiezerrissenen Zeit, die Lesungen, Festivals und Gespräche über Literatur in den digitalen Raum verschoben hat, ist die Laufband-Lektüre am Ebertplatz ein großer Gewinn, um literarisches Erleben wieder in den öffentlichen Raum zu bringen und Gegenwartsliteratur einem mitunter ganz neuen Publikum zugänglich zu machen. Wer den Ebertplatz in den kommenden Wochen betritt, erfährt eine charmante Verbindung von Alltag und Ausnahme, die sich in den dichten Texten widerspiegelt.“ (Sonja Lewandowski, Jury)

Zu der im Vorfeld organisierten öffentlichen Ausschreibung wurde eine sehr hohe Anzahl von 600 Texten – nicht nur auf Deutsch, sondern auch in anderen Sprachen  – eingereicht. Eine siebenköpfige Jury hat aus allen Einreichungen 31 Texte für die Präsentation am Ebertplatz ausgewählt.
Einige Texte stellen einen Bezug zum Ebertplatz in seiner Besonderheit her, andere beschäftigen sich mit der aktuellen Zeit, die neu für uns alle ist.
 
„Annähernd 600 Einsendungen – wir waren überwältigt.  Poetisches, Alltagsgeschichten, formal spannende Texte – in vielem waren wir uns  einig, anderes haben wir heiß diskutiert. Schließlich hat sich aus den anonym ausgewählten Texten auch mit Blick auf die  Autor:innen eine erfreuliche Vielfalt herauskristallisiert.“ (Ute Wegmann, Jury)
 
Projektbeteiligte:

TRANSIT ist ein Projekt von Unser Ebertplatz, gemeinsam mit zahlreichen Veranstalter:innen der Kölner Literaturszene: den Lesereihen Land In Sicht und Literaturklub, dem Literaturmagazins KLiteratur, dem Festival Insert Female Artist und dem Veranstaltungsformat HEIMSPIEL sowie Brunnen e.V. und freien Akteur:innen. Das Projekt wird vom Kulturamt der Stadt Köln gefördert und erhält weitere Unterstützung durch das Literaturhaus Köln und den Literaturszene Verein.

Die Beratung hinsichtlich Entwicklung und Umsetzbarkeit der LED-Lichtinstallation erfolgte im Vorfeld durch Marcel Panne von Lichtfaktor.

Autor:innen:

Im folgenden werden die 30 Autor:innen der ausgewählten Texte in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt:

Eliza Ballesteros (Millennial, geboren in Hannover) lebt und arbeitet im Rheinland. Ihr künstlerisches Schaffen umfasst Objekte, Textarbeiten und Installation. || www.elizaballesteros.com

Judith Baumgärtner lebt in Köln und studiert und arbeitet dort im Bereich Sonderpädagogik und Kunsttherapie. Judiths Texte sind unter anderem in HAYMATLOS erschienen. Außerdem macht Judith Zines (kleine Eigenpublikationen) unter dem Namen blackunrealities aus einer Schwarzen, light-skinned, queeren und feministischen Perspektive. || Facebook & Instagram: @blackunrealities || Etsy: https://www.etsy.com/de/shop/blackunrealities

Helen Brecht, geboren 1987, schreibt poetisch-wissenschaftliche Texte für Lesungen, Installationen und Kompositionen. Ihre Text-Arbeiten waren unter anderem zu sehen auf dem Insert Female Artist Festival Köln, dem Beethovenfestival Bonn, im Mousonturm Frankfurt und im ArtLab des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt. Derzeit studiert Brecht Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln. 

In Istanbul und Frankfurt aufgewachsen und studiert, war Aygen-Sibel Çelik viele Jahre Redakteurin einer Fachzeitschrift, bevor sie 2003 zu schreiben begann und als Kinder- und Jugendbuchautorin bekannt wurde. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebt und arbeitet heute in Düsseldorf. || www.aygenart.de

Doombot ist ein textgenerierendes Skript von Julia Knaß und Thomas Hainscho. Der eingereichte Text wurde computergeneriert. Doombot twittert seit März 2020 unter @deardoombot.

Semra Ertan, geboren 1957 in Mersin (Türkei), zog 1972 zu ihren Eltern, die in der Bundesrepublik Deutschland als Arbeitsmigrant:innen lebten. Sie arbeitete als technische Bauzeichnerin, Schriftstellerin und Dolmetscherin und schrieb über 350 Gedichte und einige Satiren.1982 starb sie in Hamburg.

Charlotte Luise Fechner, Autorin, geboren in Berlin und sozialisiert in Flensburg. Sie studierte Theatre Studies und English Literature in London, lebt seit 2002 in Köln. Sie verfasst Bühnentexte, Hörstücke, Kurzprosa, Essays und ist auch im Bereich der Digital Art kreativ. || www.charlotteluisefechner.de || Instagram: @fechnerin #dramatikerinnenleben

Marie Fromme, geboren 1986, lebt und arbeitet in Wiesbaden. Im Jahr 2018 veröffentlichte sie den Kurzgeschichtenband Texte und Bilder für das Paradies. Im Sommer 2020 schloss sie ihren Debütroman Echo ab. Aktuell arbeitet sie in künstlerischen Projekten mit Gefängnisinsass:innen und an ihrem zweiten Roman.

Nicol Goudarzi, geboren in Engelskirchen, ist promovierte Pädagogin und Autorin. Sie studierte Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus und schloss ihr Studium mit einem Master of Advanced Studies ab. Sie ist Mitglied der Autorengruppe Faust, des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und des Literatur-Ateliers Köln. || www.goudarzi.de

Harriet Grabow ist eine multilinguale Poetin. Texte von ihr sind auf Deutsch, Dänisch und Englisch in Literaturzeitschriften und Anthologien erschienen, unter anderem im Jahrbuch der Lyrik, bei Rebelle Society und Slagtryk. Sie lebt in Kopenhagen, Dänemark.

Helen Hermens, geboren 1996, studiert Kommunikationsdesign in Aachen und arbeitet in einer Buchhandlung. Sie illustrierte bereits ein Sachbuch für den DuMont Buchverlag und veröffentlichte Texte über das Literaturhaus Zürich, im kaffeeundkippen Magazin sowie im Sai-Magazin. || Instagram: @helen_eks

Nach einem erfolgreich abgebrochenen Philosophiestudium studiert Rike Hoppse nun irgendetwas mit Medien an der Kunsthochschule für Irgendetwas mit Medien (KHM). Sie ist ein Kind der 90er, weißes Mittelschicht-Toastbrot, produziert Text und Video-Essays und andere Versuche allein und im Kollektiv. || www.relag.de

Uwe Huth, geboren 1993 in Borken, studierte Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften und Philosophie in Siegen. Seit 2018 Studium an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Huth lebt und arbeitet in Köln.

Simin Jawabreh ist bald absolvierte Politikwissenschaftlerin und Aktivistin (@siminjawa). Sie setzt sich mit der Verknüpfung diverser Unterdrückungsmechanismen mit einem Fokus auf Rassismen und Sexismen auseinander und mit Migrations- und Grenzregimen. Jawabreh arbeitet im akademischen, künstlerischen, bildungspolitischen und journalistischen Bereich.

Sascha Kokot,1982 in der Altmark geboren und aufgewachsen, lebt als freier Autor und Fotograf in Leipzig. Nach einer Lehre als Informatiker in Hamburg und einem längeren Aufenthalt in Australien studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. || www.saschakokot.de 

Thorsten Krämer, geboren 1971, lebt in Wuppertal als freier Autor und Gestalttherapeut. Diverse Veröffentlichungen, zuletzt: Schwankungen der Füllhöhe. Gedichte 1995-2018, ELIF Verlag 2020. || www.thorstenkraemer.de

Jonathan Löffelbein wurde im August 1991 in Freiburg im Breisgau geboren. In seiner Heimatstadt studierte er deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften und Psychologie (BA), in Tübingen studierte er Rhetorik. Er lebt als Autor, Musiker und Performer in Köln.

Daniel S. Lucien < / *INSERT_BASTELBIOGRAFIE_HERE* / > Kleiderbügel für die High Fashion Industry // Mitarbeiter im Impfteam Köln // Germanistikstudent // Schreiberling // 900m entfernt.

Mehregan ist 1989 in Köln geboren, hat sich zum Querflötenunterricht überreden lassen und die Pforte als Eingang genutzt, um sich das Klavierspielen und Singen anzueignen. Später das Studium in Englisch und Musikwissenschaft bestritten, beteiligte sie sich schließlich an der Produktion von wissenschaftlichen Parallelwelten und studierte Transnationale Literaturwissenschaft im Master. Sie verfasst Songtexte, Gedichte, Lyrik, Notizen, unbrauchbare sowie brauchbare Textabschnitte, Textfragmente und Kurzerzählungen.

Selim Özdogan debütierte 1995 mit dem Roman Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist. Seither hat er zahlreiche Romane, Erzählungen und Hörbücher veröffentlicht. || www.selimoezdogan.de

Simone Scharbert lebt und arbeitet als Autorin in Erftstadt; sie schreibt Lyrik und Prosa. Zuletzt: du, alice (edition AZUR), eine Annäherung an das Leben der Alice James (gefördert von der Kunststiftung NRW). || www.simonescharbert.de

Jan Schillmöller studierte Mediendesign und Literatur in Wuppertal, Wien und Leipzig. Er schreibt Prosa, Essays und Reportagen. Derzeit arbeitet er an einer Textsammlung mit dem Titel High Performer. || www.janschillmoeller.com

Nora Schramm studiert Theorien und Praktiken professionellen Schreibens in Köln, schreibt derzeit im Rahmen des Mentoringprogramms 1:1 des Literaturhauses Düsseldorf an ihrem Kurzprosaband Über das Fliegen im Wasser.

Ruždija Russo Sejdović ist Schriftsteller, stammt aus einer Roma Familie aus Montenegro und ist seit 1988 in Deutschland. Er schreibt auf Romanes, veröffentlichte mehrere Lyrikbände, Dramen und Kurzprosa. Vertreten in verschiedenen Anthologien und Sammelbänden. || www.romev.de

Amelie Soyka wurde in Heidelberg geboren, studierte in Köln und London und lebt heute als Autorin und Lektorin in Köln. Sie schreibt Prosa, Kindergeschichten fürs Radio, Audio-Stationen für Museen, Storys für Daumenkinos und ist Herausgeberin einer Anthologie über Tänzerinnen der Moderne. || www.schreibweisen.de

Christoph Wenzel lebt in Aachen, bisher vier Gedichtbände, Redakteur des Lyrikmagazins TRIMARAN, Herausgeber von Anthologien mit deutscher und niederländischsprachiger Gegenwartslyrik, verschiedene Auszeichnungen, unter anderem Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium, NRW-Förderpreis, Dresdner Lyrikpreis. || www.christophwenzel.de

Lars Weylthaar (bürgl. Lars Banhold) ist Arbeiterkind aus dem Ruhrgebiet, Autor und Cotisuelto. Veröffentlicht hat er bisher u.a. in Kliteratur, DreckSack, freiVers, MAULhURE und Presswurst. Sein erster Gedichtband serotoninloch. erscheint 2021 bei Rodneys Undergroundpress. || Instagram: @weylthaar

Nushin Isabelle Yazdani arbeitet als Transformationsdesignerin, Bildungsreferentin und Künstlerin. In ihren künstlerischen Arbeiten setzt sie sich aus einer intersektional-feministischen Perspektive mit digitalen Technologien, Künstlicher Intelligenz und Diskriminierung auseinander. || www.nushinyazdani.com/

Eva Zirker ist Germanistik- und Anglistik-Studentin an der Universität zu Köln. Neben der Literatur begeistert sie sich unter anderem für die Mitarbeit am Studierendenmagazin philtrat, Musik und momentan besonders für social-distance Spaziergänge mit Freund:innen.

Barbara Zoschke, 1964 unterm Bayerkreuz in Leverkusen geboren, ist Tochter des Brutalismus und wird bis heute von strukturalistischen Polygonen bis in ihre Träume verfolgt. Sie schreibt Bücher und Radiogeschichten für Kinder sowie Kurzprosa für Erwachsene.|| www.barbara-zoschke.de

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Kontakt: literatur@unser-ebertplatz.koeln