Legenden Kölner Frauen

Zrinka Budimlija verwandelt KVB Passage in Freiraumgalerie

21. September 2020

 

Legenden Kölner Frauen
von Zrinka Budimlija

Freiraumgalerie in der nördlichen KVB Passage

Eröffnung: 10. Oktober 2020, 19 Uhr
Laufzeit: 10.10.2020 – 31.03.2021

Was macht St. Ursula am Ebertplatz? Wer war die Frau, der die Agneskirche gewidmet ist? Was verbirgt sich unter der Kirche St. Kunibert und wie bringt St. Gertrud dies alles zusammen?

Ab Oktober 2020 verwandelt die Kölner Künstlerin Zrinka Budimlija die nördliche KVB-Passage am Ebertplatz in eine Kunstgalerie, die rund um die Uhr geöffnet ist und die Besucher*innen mitnimmt auf eine Reise durch die Stadtgeschichte. Die Leuchtkörper, die den Gang erhellen, dienen als Bilderrahmen für die Kunstwerke, die sich den Legenden der vier Kirchen um den Ebertplatz widmen: St. Ursula, St. Agnes, St. Kunibert und St. Gertrud.

Als Schutzpatronin der Stadt Köln nimmt die heilige Ursula den Großteil der Arbeit ein. Statt sie als passive Empfängerin ihres Schicksals wahrzunehmen, lädt die Künstlerin dazu ein, eine andere Interpretation ihrer Legende zu wagen: War Ursulas Entscheidung, eine Pilgerfahrt zu machen, ein ausgeklügelter diplomatischer Schachzug, um einen Krieg in ihrem Land abzuwenden? War Ursula eine mutige Strategin und kühne Politikerin?

Elf Frauen, die in der Umgebung des Ebertplatz leben, ließen sich stellvertretend für Ursula und ihre zehn Gefährtinnen für dieses Projekt portraitieren. Sie lächeln nicht. Sie denken an die schwierigen Entscheidungen und Situationen ihres eigenen Lebens. Sie denken an die Momente, in denen sie Stärke zeigten.

Die Künstlerin hinterfragt mit ihren Portraits kritisch die Art und Weise, mit der Geschichten und Errungenschaften von Frauen historisch und gegenwärtig häufig bewertet werden. So fokussiert sie bei der Darstellung und den ausgewählten Körperhaltungen bewusst die „scheinbare Passivität“, die bei allem Erfolg von Frauen als tradierte weibliche Tugend immer noch erwartet wird.

Die Bilder in den Leuchtkästen befassen sich aber nicht nur mit der heiligen Ursula, sondern ebenso mit den Namenspatron*innen dreier weiterer Kirchen rund um den Ebertplatz: Die Agneskirche ist  Agnes Roeckerath gewidmet, aber kaum jemand weiß, wer diese Frau war. Weiter Richtung Dom steht die Kunibertskirche, in welcher der Kunibertspütz verborgen liegt. Um jenen Brunnen ranken sich Geschichten, die fast 2000 Jahre alt, heute aber vielfach in Vergessenheit geraten sind. Die Patronin der Kirche St. Gertrud spinnt –  wie die griechischen und römischen Göttinnen vor ihr – unsere Lebensfäden…

Mehr zu diesen Themen erfährt man in der Ausstellung, mit der die Malerin Zrinka Budimlija die Stadtgeschichte in unsere Gegenwart holt. „Köln ist seit 20 Jahren meine Wahlheimat. Je mehr ich über die Stadt erfahre, umso mehr fühle ich mich hier verankert“, erklärt sie. „Dieses Gefühl möchte ich zurückgeben, doch die Stadtgeschichte ist im Alltag nicht immer leicht zu erkennen. In Köln gibt es viele Schichten vergangenen Lebens, einige davon unter der Erde, einige für immer verloren durch Zeit oder Zerstörung. Was uns bleibt, sind die Erzählungen.“ Und diese lassen sich durch Bilder wunderbar veranschaulichen oder neu deuten.

Für die Ausstellung „Legenden Kölner Frauen“ hat die Künstlerin Acryl und Öl verwendet und die Bilder anschließend digitalisiert. Die Farben sind weitestgehend kühl, und doch hat die Ausstellung etwas Wärmendes. Die Portraits der Patron*innen strahlen etwas Schützendes beim Gang durch die unterirdische Passage aus und verwandeln den Transitort in eine Freiraumgalerie.

Die Ausstellung, die bis zum 31. Januar 2021 gezeigt wird, ist ein Projekt im Rahmen der „Zwischennutzung Ebertplatz“. Sie wird vom Kulturamt der Stadt Köln gefördert und durch die Kölner Verkehrs-Betriebe AG unterstützt.

Kontaktperson für Rückfragen:

Künstlerin: Zrinka Budimlija, erreichbar per Mail:
post@bildmeisterin.de und telefonisch:  0179 47 97 564

Kulturamt: Nadine Müseler, ab 12.10. erreichbar per Mail:
nadine.mueseler@stadt-koeln.de und telefonisch: 0221 221 23643

KVB: Gudrun Meyer, erreichbar per Mail: Gudrun.Meyer@kvb.koeln